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(27.11.2000)
Bitzer
gewinnt seine vierte Weltmeisterschaft - Maute: "Ich bin stolz auf die
beiden"
Martin Rominger (RSV Tailfingen) hat gestern
seinen Titel bei der Hallenradsport- WM in Böblingen verteidigt. Der
Weltrekordhalter siegte vor seinem Teamkollegen Matthias Letsch. Bronze gewann
überraschend Milan Krivanek (Tschechien).
Die Tailfinger Kunstradartisten haben ihre her-
ausragende Saison bei den Weltmeisterschaften vor den Toren der
Landeshauptstadt "vergoldet" - zumindest Rominger. Der 23-jährige
Sportstudent aus Bitz setzte sich vor über 4000 begeisterten Zuschauern
souverän durch und wurde zum vierten Mal in Folge Weltmeister im
1er-Kunstradfahren der Herren. Der Weltrekordhalter hat damit eine neue
Bestmarke erreicht: Neben dem sechsfachen Weltmeister Arnold Tschopp (1960 -
63) und Franz Kratochvil (beide Schweiz, 1979 - 82) haben erst zwei Fahrer
dieses Kunst- stück geschafft, viermal in Folge Weltmeister zu werden. Gestern
hat der Tailfinger mit den beiden Eidgenossen gleichgezogen.
Wichtig war für den 23-jährigen Ausnahmeathleten, dass er nur eine Woche nach
seinem schweren Sturz am Herzogenhorn einen neuen Weltrekord aufgestellt hat.
"Das hat mir vor der WM die nötige Sicherheit gegeben", erklärte
Rominger und fügte hinzu: "Das Böblinger Publikum hat mich hervorragend
unterstützt. Es war ein Riesenerlebnis, hier zu fahren und Weltmeister zu
werden."
Dabei stand der 23-Jährige in Böblingen so stark Druck wie selten zuvor.
"Jeder hat den Titel von mir erwartet", betonte Rominger, der trotz
der starken Konkurrenz ruhig und abgeklärt als letzter Fahrer seine Kür
absolvierte. Die erste schwierige Passage, den Sprung vom Sattel- in den
Lenkerstand, bei dem Rominger noch vor Wochenfrist das Rad hatte verlassen
müssen, meisterte der Bitzer mit Bravour und gewann die nötige Sicherheit nach
dem spektakukären "Maute-Hüpfer". Und die brauchte Rominger auch,
zumal die direkten Konkurrenten Letsch und José Arellano an dieser Stelle
gestürzt waren. "Martin hat eine Superleistung gezeigt", erklärte
Manfred Maute, Landes- und RSV-Trainer in Personalunion, und ergänzte:
"Ich bin stolz auf die beiden."
Und das konnte der dreifache Weltmeister auch sein. Obwohl Letsch beim
"Maute-Hüpfer" gestürzt war, ließ sich der 27-Jährige nicht aus dem
Konzept bringen, fuhr seine Kür trotz akuter Zeitnot souverän zu Ende und holte
am Ende mit 325,18 Punkten Silber. "Ich habe Silber gewonnen und nicht
Gold verloren", meinte Letsch und fügte hinzu: "Martin war einfach
der Bessere."
Das war er ohne Zweifel. Wie schon in den vergangenen Wettkämpfen zeigte der
Weltrekordhalter aus der Hochalbgemeinde eine überzeugende Leistung und holte
mit 347,70 Punkten souverän seinen vierten WM-Titel - das zwölfte Gold für den
RSV Tailfingen. Nach den Stürzen von Letsch und Arellano sei er ruhig, schon
fast wie im Training in den Wettkampf gegangen, erklärte der 23-Jährige, der
nach den doch schwachen Ergebnissen seiner beiden direkten Konkurrenten um den
Titel ruhig und abgeklärt in den Wettkampf ging. "Ich wollte den
Zuschauern zeigen, was ich kann", betonte der vierfache WM-Sieger und
Manfred Maute ergänzte: "Die Belastung war natürlich weg, dennoch ist Martin
hervorragend gefahren und hat das fantastische Böblinger Publikum
begeistert."