Zollern-Alb-Kurier (22.10.2001)

 

Nur teilweise gelungene Generalprobe für die Hallenradsport-WM in Japan

Martin Rominger verteidigt Titel

Matthias Letsch nur auf Rang fünf bei den deutschen Meisterschaften in Moers

 

Martin Rominger (RSV Tailfingen) hat seinen Titel bei den Hallenradsport-DM verteidigt. Im 1er Kunstradfahren siegte der Bitzer mit 347,30 Punkten. Teamkollege Matthias Letsch belegte nur Platz fünf mit 332,52 Punkten.

 

MARCUS ARNDT

 

Erwartungsgemäß wurde Martin Rominger bei den nationalen Titelkämpfen im Sportzentrum Rheinkamp in Moers zum fünften Mal in Folge deutscher Meister im 1er Kunstradfahren. Knapp vier Wochen vor den Hallenradsport-Weltmeisterschaften in Kaseda-City (Japan) demonstrierte der 24-jährige Sportstudent seine Extraklasse. Beim siebten und letzten Wettbewerb der WM-Qualifikation fuhr der amtierende Weltmeister 342,69 Punkte und hat nach den Erfolgen in Lemgo, Glauchau und Bergheim alle sieben Wettkämpfe gewonnen. Zufrieden war er dennoch nicht so ganz. Die Vorrunde am Samstagnachmittag sei nicht optimal gelaufen, meint der Bitzer und fügt hinzu: "Den Lenkerhandstand musste ich abbrechen - das hat mich sehr viele Punkte gekostet. Ansonsten war meine Leistung in Ordnung."

Im Finale distanzierte der vierfache Weltmeister mit 347,30 Punkten die Konkurrenz deutlich. Zweiter wurde Steffen Hain (RV Erlenbach a. M./323,07 Punkte), gefolgt von Michael Kolbert (RV Breitenbach/ 315,17). Beide Kontrahenten des Tailfingers stürzten im Finale. Die Fahrfläche sei nass gewesen, erzählt Rominger, "das war bestimmt von Nachteil für sie". Vor dem Auftritt des Weltmeisters wurde die Fläche dann noch einmal gereinigt und Rominger fuhr 347,30 Punkte - deutlich mehr als Hain und Kolbert einreichen. Während Rominger die deutschen Meisterschaften durchaus in die Kategorie "gelungen" einstufen kann, blieb der Vorjahreszweite Letsch doch hinter seinen Möglichkeiten zurück. Mit 332,52 Punkten lief es für den Vize-Weltmeister in der starken Konkurrenz nicht optimal. Nach der verpassten Teilnahme am Finale (nur die drei Besten kommen weiter) wurde er Fünfter im Endklassement.

Nach den nationalen Titelkämpfen haben Rominger und Letsch gerade mal drei Tage Pause. Bereits am kommenden Donnerstag reisen die beiden Tailfinger zur Nationalmannschaft. Am Herzogenhorn findet im Vorfeld der Hallenradsport-Weltmeisterschaften in Kaseda-City (Japan) ein Vorbereitungslehrgang unter der Regie von Bundestrainer Christoph Daum statt. "Das ist nicht unbedingt optimal", kritisiert Rominger, "seit Wochen haben wir kaum Pause - unmittelbar vor der WM wäre ein freies Wochenende nicht schlecht gewesen."

Bereits Mitte November - eine Woche vor den Wettkämpfen - werden die Tailfinger mit Trainer Manfred Maute nach Japan fliegen. Nach dem Doppelerfolg im vergangenen Jahr, in Böblingen haben Rominger und Letsch Gold und Silber gewonnen, ist die Erwartungshaltung natürlich groß. "Es bleibt kaum Zeit sich mit der WM zu beschäftigen", sagt Rominger, "bereits am Donnerstag beginnt der Vorbereitungslehrgang. Zudem ist noch ein Vergleichskampf gegen die Schweiz geplant." Einzig der Wettkampftag ist dem Weltmeister bekannt - und der ist für eine Hallenradsport-WM ziemlich ungewöhnlich. Das 1er Kunstradfahren der Herren ist für den letzten Wettkampftag terminiert. Neben Rominger und Letsch greifen dann José Arellano (Spanien), die Tschechen Arnost Pokorny und Milan Krivanek sowie der Schweizer Roland Baumann nach der WM-Krone. Ob allerdings die komplette Weltspitze in Japan fahren wird ist fraglich. "Viele Athleten haben Probleme, Reise und Aufenthalt zu finanzieren", erklärt Rominger.